Ein bisschen geschichte – Der internationale Markt für Postdienste

Der Weltpostverein (WPV), der zu den VN gehört, legt heute die Regeln für internationale Paket- und Briefsendungen fest und formuliert Empfehlungen.

Internationale Briefsendungen werden zunächst in drei Formate unterteilt: K (klein), G (groß) und S (sperrig). Der Versand erfolgt auf drei Service-Stufen: Economy (Seeweg), SAL (Service Air Lifted: Luftweg bis zum nächstgelegenen Einfuhrort im Land, danach Landweg) und Express (Luftweg bis zum nächstgelegenen Einfuhrort).

"MIT IMX SIND DIE VORSCHRIFTEN UND PREISE FÜR INTERNATIONALE BRIEF- UND PAKETSENDUNGEN FÜR SIE KEIN GEHEIMNIS MEHR."

VERGÜTUNGSSYSTEM DER INTERNATIONALEN POSTDIENSTE:
“ENDVERGÜTUNGEN/TERMINAL DUES”

Die Vergütung der Postdienste für internationale Paket- und Briefsendungen entwickelt sich ständig weiter und strukturiert die Funktionsweise des internationalen Marktes für Postdienste. Verschiedene Systeme haben bislang einander abgelöst. In Europa haben mehrere Postdienste ab 1996 die Reims-Vereinbarung unterzeichnet. Die Tarifbildung beruht auf einem Preis nach kg, während beim Einheitspreis das Format berücksichtigt wird, um die tatsächlichen Verteilungskosten besser widerzuspiegeln.

Allerdings wird es durch die Tatsache, dass einige Postdienste die Reims-Vereinbarung nicht unterzeichnet und andere Länder neue Vereinbarungen (Interconnect) abgeschlossen haben, zunehmend kompliziert, diese Vergütungen im Detail zu verstehen.

Durch die Wettbewerbsöffnung des Marktes und den Zugang von Privatunternehmen zu den Verteilernetzen hat sich die Situation gewandelt.

Die durch die Europäischen Union geforderte Öffnung und Regelung des Postmarktes haben neuen Unternehmen nach und nach die Möglichkeit eröffnet, auf die grenzüberschreitenden Verteilernetze zuzugreifen, die bis dato dem durch die Regierung jedes Landes im Rahmen des WPV bezeichneten Anbieter vorbehalten waren.

Auf europäischer Ebene wurde 1997 in einer 1. EU-Richtlinie die vorübergehende Zeitplanung für die Öffnung des Marktes veröffentlicht. In Frankreich erfolgte die vollständige Öffnung des Marktes am 1. Januar 2011, als sich der Markt für Postsendungen im Rückgang befand, wodurch die Entwicklung einer wahrhaftigen Konkurrenz ermöglicht wurde.

Heute gibt es im Grunde drei Verfahren für den Zugang zu den Verteilernetzen der einzelnen Länder:

  • Direktaufgabe: Transport von Postsendungen ähnlich wie bei Inlandssendungen
  • Remailing: Die Postsendungen werden in einem anderen Land aufgegeben, bevor sie das Zielland erreichen
  • Direkter Zugang zu Endvergütungen: Paket- und Briefsendungen in ein anderes Land erfolgen unter der internationalen Regelung der Endvergütungen.